Cyan “Devileye” Auktion
0Die zweitschönste Gitarre der Welt wird gerade von Cyan auf eBay versteigert.

(Direktlink zur Auktion, zum Bild)
Gespielt von Farin Urlaub im Video zur Single “Krieg (Live)“. Wichtiger ist aber noch, dass es diese Gitarre nur zweimal gibt. Die 002 in Farins Händen und die 001 zum Verkauf eben genau jetzt.
Leider habe ich die zigtausend Euronen, die das Teil in den nächsten Tagen noch erreichen wird, gerade nicht parat. Besonders schade ist aber, dass die Gitarre als Sammlerstück “zugerichtet” wurde und nicht mehr den Eindruck weckt, als solle man damit spielen können. Das zeigt vor allem die Signatur quer über den Korpus (bei eBay zu erkennen). Für die meisten wird genau das erst den Wert des Instruments erzeugen, für mich macht es ihn eher kaputt. Gut, soll sich lieber irgendein Freak das Teil an die Wand hängen.
Witzig auch, wenn man diese Einzigartigkeit als Resultat von Handwerk in ein Datenszenario umwandelt: Da kann die Software noch so Open Source sein (also das Lied in Notenform veröffentlicht sein), es hilft alles nichts, wenn die perfekte Hardware nur zweimal verfügbar ist.
Ich möchte außerdem festhalten, dass Instrumentenbauer ein wahnsinnig toller Job sein muss.
(Und übrigens, die allerschönste Gitarre der Welt ist natürlich die sehr ähnlich gebaute Black Hawk, z.B. hier in Aktion zu sehen.)
ÖPNV
2
Mal reden, ja das ginge
Man würde sich versteh’n
Wir reiben uns die Augen
Doch können uns nicht seh’n
Die Fahrt führt aus der Hölle
In Heimatfilme rein
Am nächsten Tag schon wieder
Dazwischen ein Glas Wein
Ein Club, der keiner sein will
Fährt weiter durch die Gruft
Wir teilen uns fast gar nichts
Bis auf die schlechte Luft
Die Flucht spielt auf den Ohren
Ein Augenblick im Licht
So reisen wir stets vorwärts
Doch weiter komm’ wir nicht
The Nicest Place On The Internet
0Ich habe gerade wenig Zeit. Ich bin im nicest place on the internet. Ich glaube, ich bleibe da auch erstmal.
Cro – Easy
0(Direktlink, via mathiasrichel)
Ich bin kein großer Hip-Hop-Fan. Ich weiß nicht einmal, wann die Damen und Herren Musiker ihr Werk gerne als Hip-Hop oder aber als Rap bezeichnet haben möchten, aber manchmal höre ich jenes Werk trotzdem. Was ich da von männlicher Seite aus gar nicht ertrage, ist dieser … nenen wir es “dicke-Eier-Flow”. Obiges Lied ist der erste Song dieser Art, bei dem ich eine Ausnahme mache. Weil er trotz allem charmant ist, weil die Reime wirklich sehr, sehr witzig sind und weil er verdammt nochmal Laune macht. Ich glaube, das soll auch so.
Cro ist scheinbar frisch dabei und werkelt an seinem Debütalbum für Beginn nächsten Jahres. Die Beats macht er selbst und man hört relativ starke Pop- und Indie-Einflüsse heraus. Wenn das Gesamtergebnis dann auf dem Style dieses Tracks aufbauen sollte: guter Mann!
Kurze Durchsage von Jan Delay
2Jan Delay: mal n paar harte zahlen und fakten: im letzten jahr hat es 800.000 (!) abmahnungsverfahren wg. illegalen downloads gegeben. heißt: windige anwälte beschäftigen billiglöhner, die den ganzen tag nix anderes tun als ip-adressen von illegalen saugern aufzuschreiben um diese mit einem bußgeldbescheid von durchschnittlich 1500 euro abzumahnen und mit Gerichtsverfahren zu drohen falls nicht gezahlt wird. heraus kommt das stolze sümmchen von 1,2 Milliarden (!!), welches unter den anwälten und den plattenfirmen gesplittet wird. die künstler sehen davon nix! das sind alles miese schweine!! saugt bitte alle ruhig weiter, und lasst euch nicht erwischen! kein peer 2 peer!! und wenn es Künstler gibt, die ihr schätzt und die sich den arsch aufreißen um gute platten zu machen: bitte supported sie!!
(Direktlink zu Facebook, via web_martin)
Ich sah schon die ersten Reaktionen, die das als Anbiederung an den klassischen Downloader sehen wollen, aber man kann auch einfach mal ein Statement so stehen lassen, finde ich. Die Sache ist ein weiteres Beispiel dafür, warum es zwischen Künstler und Fan eigentlich heutzutage keinerlei Zwischeninstanz mehr geben müsste, macht (fast) nur Probleme. Ich bin sehr gespannt, wann die ersten Mainstream-Acts umdenken, anstatt nur Reden zu schwingen (aber immerhin schon Reden, man muss ja irgendwo anfangen).
Die Playlist kommt
0Auf neumusik.com ist neulich ein interessanter Gedanke diskutiert worden: Das Musikformat der Zukunft? Die Playlist.
Was tritt an die Stelle des Albums?
Meine Antwort: Die Playlist. Irgendjemand stellt irgendwo eine Reihenfolge für das Abspielen von Songs auf. Und das oft nicht nur für sich allein: Spotify-Playlists werden bereits heute auf Sites wie sharemyplaylists.com unter Nutzern geteilt. Playlists ersetzen die Alben und die Mixtapes. Man kann sogar sagen, dass das Album eine Playlist ist, die vom Musiker vorgeschlagen wird. Ob On-Demand-Streaming-Dienst oder iPod: Diese Playlist lässt sich heutzutage leichter als in Vinyl-Zeiten abändern. Das gute alte Mixtape dagegen war, wenn wir bei unserer Playlistifizierung der Begriffe bleiben, die erste Playlist von Musikfans für Musikfans. Die heutige viel flexiblere Playlist ist der neue musikalische Kontext für Musikstücke.
Und ich glaube, Marcel Weiss hat da völlig recht. Ich bin zwar großer Fan des Konzepts Album, weil es idealerweise wie eine große Geschichte mit einzelnen Kapiteln ist – und wenn ein Kapitel fehlt, kommt die Geschichte nicht mehr richtig rüber. Allerdings muss ich selbst auf dem Album, was ich als eines der prägendsten meines Lebens begreife, zwei Titel skippen. Weil sie die Stimmung, die alle anderen Titel erzeugen, zerstören würden. Das perfekte Album kann es nicht geben und Musik ist immer auch etwas Selbstgemachtes, sogar dann, wenn du nur der Hörer bist. Du nimmst jeden Track viel mehr als einzelnes Ganzes in dich auf, als ein Kapitel eines Buches.
Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass viele ähnlich pathosgeladenen Menschen wie ich am liebsten einen Soundtrack für ihr Leben hätten. Hintergrundmusik immer und überall. Der Wunsch war früher sogar Titel einer beliebten SchülerVZ-Gruppe und wenn das nicht Mainstream ist, weiß ich auch nicht. Eine Playlist macht genau das aus, ein Soundtrack ist schließlich auch eine Form von Playlist.
Wie das als Verkaufsmodell funktioniert, dürfen sich diejenigen ausdenken, die mit Musik Geld verdienen wollen. In jedem Fall müssen dafür entweder viele Bands zusammenarbeiten oder eine Art Zentrale verwaltet die Zusammenstellung der einzelnen Titel. Das könnte eine ganz neue Aufgabe für Labels bedeuten, die eine Kombination von Songs ihrer unter Vertrag stehenden Acts anbieten können.
In erster Linie behaupte ich aber erneut: Musik ist immer auch etwas Selbstgemachtes. Die perfekte Playlist kannst nur du selbst machen. Deinen eigenen Soundtrack kann niemand für dich zusammenstellen. Das musst du selbst tun.
Street View Art
1Street View fotografiert Straßenzüge. Wissen wir. Aber es gibt Ecken, da erspähen die Kameras auf den Google-Fotowagen etwas mehr als Reihenhäuser in Berlin. Unglaubliche Sammlung bei Aaron Hobson. Hier ein paar Bilder davon:
Morrone Del Sannio, Italy
Sao Joao Del Rei, Brazil
Huautla, Mexico
(via lyssaslounge)
Peaking Lights – Hey Sparrow
0Eine mysteriöse Geschichte. Die Band Peaking Lights, bestehend aus Aaron Coyes und Indra Dunis, einem Ehepaar aus Wisconsin, ist wirklich schwierig zu fassen. Keine Homepage, kein Wikipediaeintrag. Das macht aber nichts, was die beiden da an Psychedelic zaubern ist so oder so beeindruckend. Klingt wie Singer-Songwriter auf Drogen, im positiven Sinne. Das Konzept scheint zu sein, Lieblingslieder neu zu vertonen, zu verpsychen. Deswegen heißt dieser Song mal “Key Sparrow”, mal “Hey Sparrow”.
Das Album “936″ ist scheinbar schon Anfang diesen Jahres erschienen, der offizielle Release war aber gerade erst. Man versteht das alles nicht so ganz, das ist vermutlich der wahre Indie. Nicht hinterfragen, gut finden.

